Es gibt inzwischen schon sehr viel Literatur über den Labradoodle. Zur Geschichte und Usprung möchte ich hier gar nicht viel wiederholen. Ich kann Ihnen aber das sehr schöne und informative Buch "Doodle" von Andreas Werner empfehlen.

 

Wie kamen wir zum Labradoodle? Wir hatten vor ein paar Jahren - ganz unerfahren in Sachen Hunde - einen Schäferhund-Mix-Welpen, der 12 Wochen alt war, aus dem Tierheim aufgenommen. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts zu sagen. Die Prägephase hat dieser Welpe jedoch im Tierheim erlebt, wo er in erster Linie mit Hunden und nicht mit Menschen zusammen war. Dieser Hund zeigte nach einiger Zeit ein sehr dominantes und agressives Verhalten. Trotz Hundeschule, später auch mit Einzeltraining und verschiedener Erziehungsmethoden hatten wir es leider nicht geschafft, dieses Verhalten zu ändern. Die enge Bindung zum Menschen, die er in den ersten drei Monaten nicht erfahren hatte, fehlte. Diese wichtige Prägephase der ersten 12 Wochen eines Welpen kann man im Nachhinein nicht heilen. Er war eine unberechenbare Gefahr für fremde Menschen und Tiere und wir mussten uns daher schweren Herzens von ihm trennen (er hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden).

 

Ich suchte daher nach einer Rasse, die absolut familientauglich, mit sanftem und freundlichem Wesen und einfach zu erziehen ist und dazu auch noch keine Haare verliert (gibt es so etwas tatsächlich? :-) Da bin ich auf den Labradoodle gestoßen und von Anfang an so begeistert von meiner Paula, dass ich diese Freude weitergeben möchte. Die Sache mit dem Haaren hat bei uns allerdings nicht geklappt. Das hängt nämlich vom Felltyp ab:

 

  • Curly-Coat (gelockt): Dicht, wollig und gelockt, eher wie Pudel, Scheren ca. alle 6 - 8 Wochen, verfilzt sonst leicht, kein Fellwechsel.
  • Wire-Coat (Drahthaar): Lockig, borstig, fest, struppig, leichter - normaler Fellwechsel
  • Wavy-Coat (wellenförmig): luftig, wellig, muss gekämmt u. gelegentlich geschoren werden, kein Fellwechsel.     
  • Flat-Coat (glatt): ähnlich wie Wire-Coat, nur viel glatter, haarend

 

Und meine Paula ist ein Flat-Coat geworden. Aber ich gebe sie trotzdem nicht mehr her :-) In der F1B-Generation (s.u.) sind meistens alle Felltypen vorhanden. Ich habe bei jedem Wurf immer noch 1 - 2 haarende Exemplare, was sich leider immer erst mit ca. 6 Wochen rausstellt. Man muss sich entscheiden, ob man den Hund oder den Fußboden öfter pflegen möchte :-) Problematisch kann sich jedoch die sehr frühe Entscheidung für einen Welpen auswirken. Scheint er mit 4 Wochen noch der curly-Typ, kann er sich mit 7 Wochen doch noch als Wire-Coat entwickeln.

 

Eine weitere tolle Eigenschaft ist zusätzlich, dass der Labradoodle F1b für viele Allergiker geeignet ist. Die Zusammensetzung in Speichel und Hautschuppen macht es möglich.  In der F1-Generation hat sich das allergenarme Fell meist noch nicht durchgesetzt, sondern erst in der F1B-.  Ich habe bereits viele Welpen erfolgreich an Allergiker vermitteln können, sogar ein haarendes Exemplar (wire-coat).  Mehrmalige "Test-Besuche" sind kein Problem. Allerdings gibt es auch Allergiker, wo es nicht passt. Das hängt von der Schwere der Allergie ab.

 

Und dann gibt es noch eine tolle Eigenschaft: Dieses bezaubernde und kluge Wesen ist für den Einsatz als Therapiehund o.ä. super geeignet. Auch hier sind einige meiner Welpen als Therapiebegleithund eingesetzt.

 

Trotz aller guten Eigenschaften, benötigt aber auch ein Labradoodle Erziehung und Zeit. Ich empfehle beim ersten Hund immer den Besuch einer Hundeschule.

 

Zuchtformen:

Labradoodle F1    = Labrador + Pudel

Labradoodle F2    = Labradoodle F1 + Labradoodle F1

Labradoodle F1B  = Labradoodel F1 + Pudel

Labradoodle F2B  = Labradoodel F1B + Labradoodle F1

Labradoodle Multigen = Labradoodle F1B + Labradoodle F1B

Doubledoodle = Labradoodle + Goldendoodle